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GESUNDHEIT INKLUSIV - IMPULSE INKLUSION 2021

Hintergrund

Im Jahr 2006 wurde die UN-Behindertenrechtskonvention von der Generalversammlung
der Vereinten Nationen beschlossen und präzisiert die universellen Menschenrechte
für Menschen mit Behinderungen (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2011, S. 24).
Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich unter anderem die Bewusstseinsbildung in der
Gesellschaft für die Rechte, Würde und die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen zu fördern
sowie Vorurteile und Klischees abzubauen (CRPD, Art. 8).
In Artikel 25 (CRPD) wird außerdem das Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang
zu Gesundheitsdiensten von Menschen mit Behinderungen hervorgehoben.

Eine wissenschaftliche Umfrage unter Menschen mit Behinderung im Rahmen des Projekts
„Gesundheit für Alle“ ergab, dass 66% der Befragten mindestens
eine Barriere bei Arztbesuchen erleben. Die am häufigsten genannten Barrieren waren:
bauliche Barrieren (23%), Kommunikation (21%) und der von den Betroffenen als respektlos
empfundene Umgang des medizinischen Personals mit einem als Patient (14%).

Eine weitere Studie im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz, welche sich an das
medizinische Personal in 1.007 Arztpraxen, in der Region Freiburg / Breisgau-Hochschwarzwald
richtete, zeigt, dass rund 38% des Praxispersonals der Meinung sind, dass Studien-, Ausbildungs-
und Weiterbildungsinhalte zum Thema „Umfassende Barrierefreiheit“ dabei helfen könnten,
die Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen künftig besser zu gestalten.

Das Projekt und seine Ziele

Ausgehend von den Umfrageergebnissen sollen zukünftig sowohl Auszubildende in
medizinischen Berufen als auch in der Medizin tätige Personen sowie Ärztinnen und Ärzte für die
unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert und geschult werden.

Ziel ist es, die Kommunikation und die Form des Umgangs mit Menschen mit
Einschränkungen zu verbessern und dem medizinischen und pflegerischen Personal
gezieltes Wissen über Formen, Chancen und Herausforderungen von Behinderungen zu vermitteln.
Zudem erlangen sie methodisches und fachliches Wissen über angemessene Unterstützungs- und Hilfsmittel.

Im ersten Teil des Projektes erarbeiten Menschen mit Behinderungen und pädagogische Fachkräfte
aus dem Aus- und Weiterbildungsbereich Konzepte für Projekttage, Unterrichteinheiten oder Workshops.
Diese werden „Corona-konform“ digital, hybrid oder in Präsenz durchgeführt.
Das Netzwerk Inklusion Region Freiburg konnte hierzu bereits erste Kontakte
zu Ausbildungsstätten herstellen. Mit dabei ist unter anderem die Max-Weber-Schule in Freiburg,
die medizinische Fachangestellte ausbildet sowie die Akademie für medizinische Berufe der Uniklinik Freiburg.
In diesen Ausbildungsstätten sind bereits Projekttage für den Sommer geplant.
entwickelten Konzepte können im Bestfall auf weitere Sensibilisierungsvorhaben
von Bildungsträgern übertragen werden.

Das im Rahmen der Umfrage von der Kommunalen Gesundheitskonferenz partizipativ entwickelte
Erhebungsinstrument zur umfassenden Barrierefreiheit kann ebenfalls als methodisches Hilfsmittel
in Kontexten der Sensibilisierung genutzt werden. Indem auf die erarbeiteten Grundlagen
und Erkenntnisse aufgebaut wird, kann die Situation der barrierefreien Gesundheitsversorgung
in der Region nachhaltig verbessert werden.

Im zweiten Teil des Projektes sollen öffentliche Veranstaltungen und Workshops mit Expert*innen
zu Themen wie beispielsweise: Umfassende Barrierefreiheit, unterstützte Kommunikation
und technische Assistenzsysteme durchgeführt werden. Es gilt den verstärken Einsatz digitaler Lösungen
in der Gesundheitsversorgung zu diskutieren, um geeignete, barrierefreie digitale
Kommunikationswege/Angebote flächendeckend und passgenau zu etablieren.
Dieser Wunsch kommt sowohl von Ausbildungsstätten als auch von Mitgliedern
des Netzwerk Inklusion Region Freiburg e.V..
 

Die Veranstaltungen richten sich demnach an Fachkräfte des ambulanten und stationären
Settings der Gesundheitsversorgung als auch an Menschen mit Behinderungen als Expert*innen in eigener Sache.
Durch dieses Miteinander schafft das Projekt Raum des Austausches, der Begegnung und
des Abbaus von Barrieren bzw. Berührungsängsten. Es entwickeln sich im Bestfall Synergieeffekte.

Aktivitäten

Dezember 2021:

  • Start der Projetförderung im Rahmen von "Impulse Inklusion"

 

Januar 2022:

  • Erstes Treffen der Projekt-Steuergruppe. Festlegung der Ziele und der ersten Schritte
  • Besprechung in der Vorstandssitzung des Netzwerk Inklusion Region Freiburg e.V.

 

Februar 2022:

  • Gespräche mit Ausbildungsstätten im Bereich gesundheitliche Versorgung
    (Akademie für medizinische Berufe an der Uniklinik Freiburg, Max-Weber-Schule in Freiburg, Katholische Hochschule Freiburg)

 

März 2022:

  • Vorstellung des Projekts im erweiterten Vorstand Netzwerk Inklusion Region Freiburg e.V.
  • Durchführung einer Fokusgruppe: Zusammen mit Menschen mit Behinderungen und Pädagogen entwickeln zentrale Ziele, Inhalte
    und Methoden von Sensibilisierungsmaßnahmen. Auf dieser Grundlage werden anschließend Schulungen und weitere Maßnahmen konzipiert.

 

April 2022:

  • Konzeption und Planung der Schulungen für die MFA-Azubis der Max-Weber-Schule und die
    Pflegeschüler*innen der Akademie für medizinische Berufe der Uniklinik Freiburg
  • Anschaffung von Materialien zur Gestaltung der Schulungen

 

Ausblick:

Die Termine für die ersten Schulungen stehen bereits fest!
Am 08. Juni und am 09. August werden wir einen Schulungstag für die Pflegeschüler*innen der Akademie für medizinsiche Berufe der Uniklinik Freiburg durchführen.
Für angehende medizinische Fachangestellte der Max-Weber-Schule Freiburg werden wir am 22. Juli einen Schulungstag gestalten.

Aktuelles

Wir suchen Expert*innnen in eigener Sache, die unsere Schulungen mitgestalten wollen!
Hast du Interesse?

Hier gibt´s mehr Informationen

Ansprechpartner

Für Anregungen, Ideen und neue Kooperationspartner sind wir jeder Zeit offen.
Fragen zum Projekt beantworten wir gerne.

Kontakt:
Katja Filser
Projektmitarbeiterin
katja.filser@inklusives-netzwerk-freiburg.de

Projektförderung

"Gesundheit Inklusiv" wird gefördert durch das Ministerium für Soziales,
Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg