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Gesundheit für alle - Impulse Inklusion 2019

gefördert durch

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Zum Projekt

 

Im Herbst 2019 hat sich das Netzwerk Inklusion Region Freiburg im Rahmen des Förderprogramms "Impulse Inklusion 2019" erfolgreich für das Projekt "Gesundheit für alle" beworben. Von Dezember 2019 bis März 2021 fördert das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg die Projektdurchführung.

Der Projektantrag wurde zusammen mit der Kommunalen Gesundheitskonferenz erarbeitet. Ziel war und ist es die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen in der Region zu verbessern. Dazu sollten zunächst Recherchen Barrieren in der regionalen Versorgung ausgemacht werden, um schließlich Handlungsempfehlungen zu entwickeln diese abzubauen.

 

Ausgangslage:

Artikel 25 und 26 der UN-Behindertenrechtskonvention zielen auf die Standards für die gesundheitliche Versorgung sowie gesundheitsbezogene Maßnahmen, die Menschen mit Behinderung in die Lage versetzen, ein Höchstmaß an Unabhängigkeit sowie die volle Teilhabe und Teilnahme an allen Aspekten des Lebens zu erreichen und zu bewahren.

Dennoch ist es für Menschen mit Behinderung nicht ohne Weiteres möglich alle Angebote der Gesundheitsversorgung und –vorsorge auf dem üblichen Weg in Anspruch zu nehmen. Dies hängt mit mangelnder Barrierefreiheit zusammen. Barrierefreiheit sagt nichts über die bauliche Beschaffenheit aus, sondern meint in einem umfänglichen Sinne die Nutzbarkeit.

Die Kommunale Gesundheitskonferenz hatte mit der AG Menschen mit Behinderungen schon länger die Absicht eine umfassende Erhebung zur Barrierefreiheit von Gesundheitsdienstleistungen zu erstellen. Das Projekt greift die Bestrebungen auf.

 

Aktuell:

Nach Projektstart nahm ein Lehr-Forschungsprojekt der katholischen Hochschule Freiburg auf das Netzwerk zu mit dem Ziel einen gemeinsamen Fragebogen zu den Bedarfen von Menschen mit Behinderungen zu entwickeln und die Befragung durchzuführen. Das Lehrforschungs-Projekt wird von Prof.. Dr. C. Muke betreut. Zur Studierendengruppe zählen Annika Buksch, Elisabeth Buchberger, Kevin Hofmann, Rebecca Loos und Michelle Meyer.

Daneben beschäfttigt sich die Master-Studierende der Gesundheitswissenschaften Sophia Warnecke im Auftrag der Kommunalen Gesundheitskonferenz mit dem Begriff der umfassenden Barrierefreiheit. Gemeinsam mit dem Netzwerk Inklusion Region Freiburg hat sie einen Fragebogen zu barrierefreien Bedingungen in Arztpraxen entwickelt. Dieser wurde an alle Arztpraxen in der Region geschickt. Die Auswertung läuft.

Außerdem erarbeitet das Netzwerk zusammen mit den beiden Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung Sarah Baumgart (Stadt Freiburg) und Anke Glenz (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) ein Konzept zur Sensibilisierung von Auszubildenden medizinischer Berufe. Hier soll es eine Kooperation mit der Medizinischen Akademie der Uni-Klinik Freiburg geben.

 

 

 

 

 

 

 

Aktivitäten

Dezember-März: Recherchen, konkrete Formulierung der Projektinhalte, Koordinierung

März: Vorstellung im erweiterten Vorstand

Mai-Juni: Beginn der Kooperation mit einem Lehr-Forschungsprojekt der katholischen Hochschule + Gestaltung des Fragebogens

Juli: Projekt "Gesundheit für alle" wird bei der Mitgliederversammlung des Netzwerk Inklusion Region Freiburg e.V. vorgestellt

Juli: Befragung gestartet

Zum Start der Befragung hat die Studierendengruppe folgenden Text verfasst:

Liebe Menschen,

Wir alle müssen früher oder später mal zum Arzt. Sei es, weil wir krank sind, uns einen Knochen gebrochen haben oder weil wir einfach an unsere Zukunft denken und eine Vorsorgeuntersuchung machen wollen.

Leider ist es nicht für Alle immer so einfach. Viele Menschen begegnen Barrieren, wenn sie eigentlich „einfach nur“ zum Arzt gehen wollen.

Manche Ärzte haben Treppen und keine Aufzüge oder höhenverstellbare Liegebetten, so dass Menschen im Rollstuhl dort nicht behandelt werden können.

Manche Ärzte haben keine Erfahrung für Menschen mit Seh- oder Hörschwächen und schicken diese dann in „das Behandlungszimmer mit der roten Tür“.

Und manche Ärzte haben schlichtweg keine Zeit oder Interesse, sich Menschen zu widmen, deren Bedürfnisse eventuell etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Wir finden, das gehört geändert!

Eine Gruppe aus Studierenden und einem Mitarbeiter der Katholischen Hochschule in Freiburg haben sich mit dem Netzwerk-Inklusion Region Freiburg e.V. und den Behindertenbeauftragten der Stadt Freiburg und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, Sarah Baumgart und Anke Glenz, unter dem Motto „Gesundheit für Alle!“ zusammengetan und wollen sich dem Problem der fehlenden Barrierefreiheit bei Arztbesuchen widmen.

Dazu haben wir eine Umfrage erstellt, mit der Sie direkt ihre eigenen Erfahrungen und Wünsche bei Ärztebesuchen äußern können.

Diese Umfrage wird dann unter anderem in der Freiburger Gesundheitskonferenz ausgearbeitet und gemeinsam werden wir es schaffen, jedem Menschen einen freieren und leichteren Zugang zu jedem Arzt zu ermöglichen.

Sie können diese Umfrage entweder in Umgangssprache oder Leichter Sprache und auf zwei verschiedene Arten durchführen.

Einmal ganz bequem online. Dafür klicken Sie einfach auf folgenden Link:

zum Fragebogen

Für den Umfragebogen in Leichter Sprache klicken Sie hier:

zum Fragebogen

Die Befragung endete am 25.9.2020. 

Die Ergebnisse werden nun von der Studierendengruppe auf bestimmte Fragestellungen hin ausgewertet und an dieser Stelle veröffentlich. In die Auswertung sind die kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Freiburg -Sarah Baumgart- und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald -Anke Glenz- sowie das Netzwerk Inklusion Region Freiburg e.V. direkt eingebunden.

Oktober: Sensibilisierung an medizinischer Akademie der Universitätsklinik Freiburg

Baustein des Projektantrags ist die Sensibilisierung für die Bedarfe von Menschen mit Behinderung von Auszubildenden Fachkräften im medizinischen Sektor. Um die Kooperationen zwischen Netzwerk Inklusion Region Freiburg e.V. und beruflichen Bildungsinstitutionen zu initiieren konnten die beiden Vorstandsmitglieder Esther Grunemann und Christine Cecala eine Unterrichtseinheit für angehende Krankenpfleger*innen an der Akademie für medizinische Berufe der Universitätsklinik Freiburg mitgestalten. Esther Grunemann hat ihre Erfahrungen in einem Bericht geschildert:

Am 20.10.2020 fand ein digitaler Austausch zwischen Esther Grunemann ,Vorständin Netzwerk- Inklusion -Region -Freiburg mit Schüler- und Schülerinnen der Akademie der Uniklinik statt. Wegen Corona war nur die Hälfte der Klasse im Klassenraum  anwesend. Christine Cecalla übernahm zwei Tage später die andere Hälfte der Klasse.

 

Die Kranken- und Gesundheitspflege- Schülerinnen erlangen im Fach" Rehabilitation" Kenntnisse zu den Themen Inklusion und Teilhabe. Die Lehrerin, Frau Kückelheim, hat die Bedarfe von unterschiedlichen "Behinderungsarten" bereits durchgenommen. Das Curriculum wird derzeit überarbeitet.

Frau Grunemann hat die Unterrichtsstunde in folgende Themen aufgeteilt:

-Persönliche Vorstellung

– Krankenhauserfahrung von Menschen mit Behinderung

-Barrierefreiheit

-Wünsche an die Versorgung durch KH- Personal.

Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen:

Für viele Menschen mit Behinderung ist das Krankenhaus ein Ort, in dem sie Erfahrungen des Ausgeliefertseins erlebt haben und auch schmerzhaften Eingriffen ausgesetzt waren. Besonders früher wurden Kinder ohne Eltern stationär aufgenommen. Das Krankenhaus war der Ort, an dem Behinderungen korrigiert werden sollte. Dies hinterlässt Narben, körperlich wie psychisch. Insofern ist es notwendig, dass das Personal sensibel mit der Situation von behinderten Patienten umgeht.

Es bestehen Ängste, dass bei Mobilitätseingeschränkten Personen die körperlich notwendigen Bewegungsabläufe nur bedingt durch das Personal umgesetzt werden, da nicht bekannt ist, wie und an welchen Stellen geholfen werden muss. So besteht eine konkrete Angst, dass man eingeschränkter aus dem Krankenhaus zurückkommt, als man vor dem Krankenhausaufenthalt war.

 Barrierefreiheit:

Ebenso wie die meisten Arztpraxen, sind auch viele Krankenhäuser nicht auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern eingerichtet. So ist es schwierig, Rollstuhl geeignete Toiletten zu finden. Ebenso sind viele Untersuchungsräume und-Liegen nicht auf die besonderen Erfordernisse bei Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Esther Grunemann brauchte hier ihre eigenen Erfahrungen in die Klasse mit ein.

Die Lehrerin der Klasse, Frau Kückelheim hatte Aspekte der Barrierefreiheit, die für andere Behinderungen wichtig sind, bereits im Unterricht durchgenommen. Als gutes Beispiel für war Barrierefreiheit nannte Grunemann die Universitäts- Augenklinik, bei der der Freiburger Behindertenbeirat mit seinem Expertinnenwissen bei der Planung der Renovierung dabei war.

Versorgung im Krankenhaus: Für viele Menschen mit Mobilitätseinschränkung ist es notwendig, dass eine Assistenz mit im Krankenhaus ist. Denn nur diese kennt die Bedarfe und Bewegungsabläufe der MmB. Ohne Assistenz kann es ansonsten zu gefährlichen Situationen kommen, zum Beispiel, wenn man nicht schnell genug hochsitzen kann zum Abhusten beispielsweise. Die Finanzierung der Assistenz ist nach wie vor ein noch zu lösendes Problem. Nur bei Menschen, die persönliche Assistenten und Assistentinnen im Arbeitgebermodell angestellt haben, sieht die Gesetzgebung eine Übernahme der Kosten vor.

Grundsätzlich die Bitte an das Personal, geduldig zu sein und sachlich -distanziert bei der Pflege und den medizinisch notwendigen Anwendungen zu unterstützen. Eine Lagerung bei Menschen mit Behinderung kann sehr lange dauern. Dies darf nicht als Schikane aufgefasst werden, sondern ist notwendig. Die personelle Situation an der Uniklinik ist begrenzt, aber die Rückmeldungen der Menschen mit Behinderung, die Patienten in der Uniklinik waren, sind überwiegend positiv.

Die Schüler stellten Fragen in Bezug auf den Umgang mit Menschen mit Behinderung. Wann wie man merke, dass Hilfe erwünscht sei? Hier kann es keine allgemeingültige Regel geben.Es muss sich der jeweiligen Situation anpassen. Eine andere Frage war die Einschätzung darüber, wie barrierefrei die Stadt Freiburg sei. Auch hier ist schon Gutes passiert, Verbesserungen sind aber noch möglich.

Der Austausch zwischen Esther Grunemann und der Schulklasse wurde beiderseits als Bereicherung erlebt.

Esther Grunemann, Oktober 2020

 

November - Januar 2021: Auswertung der Ergebnisse, Finalisierung des Forschungsberichts + Präsentation innerhalb der katholischen Hochschule

Februar: Abschlussveranstaltung mit Ergebnispräsentation; zum Nachlesen

Mai: Pressemitteilung der Kommunalen Gesundheitskonferenz zur Studie "Umfassende Barrierefreiheit in Arztpraxen". Die Studie wurde von Sophia Warnecke im Auftrag der Kommunalen Gesundheitskonferenz durchgeführt. Das Netzwerk Inklusion Region Freiburg hat im Rahmen des Projekts "Gesundheit für alle" mit ihr kooperiert.

Lehrforschungsprojekt an der katholischen Hochschule Freiburg: Ankündigung zur Befragung von Menschen mit Behinderungen

Wer geht schon gern zum Arzt ?!

Ein generelles Problem - aber Menschen mit Behinderungen müssen oft noch zusätzliche Barrieren überbrücken.

Das kann nicht sein! Trotzdem gibt es bisher nur wenige Ansätze, diese Barrieren in der gesundheitlichen Versorgung zu verbessern. Deshalb wollen wir mit Ihrer Hilfe die aktuelle Situation erfassen und damit ganz klar auf die Problemlage aufmerksam machen.

Wir sind Studierende der Katholischen Hochschule in Freiburg. Im Rahmen unseres Forschungsprojekts arbeiten wir zusammen mit Sarah Baumgart und Anke Glenz, den kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Freiburg und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, sowie Michael Feller, dem zweiten Vorsitzenden des Netzwerks Inklusion Region Freiburg e. V..

Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen: Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie (un-)zugänglich    das Gesundheitswesen für Sie ist. Wir haben einen Fragebogen erarbeitet, in dem Sie uns Ihre Erfahrungen schildern können. Ihre Angaben sind selbstverständlich freiwillig und werden vertraulich behandelt. Mit Ihren Antworten liefern Sie uns nicht nur Daten für unsere Forschung, sondern ermöglichen es auch, dass Ergebnisse in der Kommunalen  Gesundheitskonferenz präsentiert werden. Damit wollen wir gemeinsam dazu beitragen, dass, konkret auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten, sie barrierefrei Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen können.

Den Fragebogen versenden wir über den Verteiler des Newsletters vom Netzwerk Inklusion.  Er kann online ausgefüllt werden und ist bei Bedarf auch ausgedruckt zugänglich. Um die Teilhabe an der Befragung nicht einzuschränken, gibt es auch eine Version in Leichter Sprache. Mit unseren Forschungsergebnissen sind wir Teil des Projekts „Gesundheit für alle“, welches vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert wird.

Master-Arbeit: Befragung von Arztpraxen zu "umfassender Barrierefreiheit"

Handout zur Masterthesis  
 
Umfassende Barrierefreiheit der ambulant-ärztlichen Versorgung von Menschen mit
Behinderungen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und dem Stadtkreis Freiburg  
 
Zu meiner Person
•  Sophia Warnecke
•  Masterstudentin des Studiengangs „Angewandte Gesundheitswissenschaften M.A.“ an der
Hochschule Ravensburg-Weingarten
 
Fragestellung und Zielsetzung
•  „Wie gestaltet sich die Barrierefreiheit der ambulant-ärztlichen Versorgung von Menschen mit
Behinderungen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und dem Stadtkreis Freiburg?“
•  Ziel: Partizipative Erarbeitung eines soliden, beeinträchtigungsspezifischen Erhebungsinstru-
mentes zur Befragung von Arztpraxen in der Region zu dem Ausmaß der vorliegenden, um-
fassenden Barrierefreiheit (im Sinne der UN-BRK).
 
Aufbau der Arbeit
1.  Theoretische Fundierung
2.  Partizipative Instrumentenentwicklung
o  Bestandsanalyse vorhandener Erhebungsinstrumente → formelle Kriterien
o  10 Experteninterviews → beeinträchtigungsspezifische Kriterien
o  Fragebogenentwurf  
o  Pre-Test I (AG) → Überprüfung der Validität und Gegenstandsangemessenheit
o  Pre-Test II (Ausfüllen durch med. Personal) → Überprüfung der Handhabbarkeit
3.  Quantitative Bestandsanalyse der Arztpraxen mit dem soliden Fragebogen   
4.  Datenauswertung und Verschriftlichung der Ergebnisse

 

Weitere Verknüpfungen/Netzwerkarbeit
•  Arbeitsgruppe Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderung (= Auftraggeber)
•  Projekt Gesundheit für alle!
•  Studierendengruppe der katholischen Hochschule Freiburg
 
Betreuung
•  Erstbetreuung seitens der Hochschule: Prof. Dr. Annerose Siebert
•  Zweitbetreuung seitens des Gesundheitsamtes: Dr. med. Annette Faller
•  Fachliche Begleitung: Sarah Baumgart, Anke Glenz
•  Organisation/wissenschaftl. Begleitung: Maria Borho, Maike v. Hirschhausen