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Bericht: Aktionstag "Inklusive Stadtführungen", 5.5.2015

Inklusive Stadtführungen – von und für Menschen mit und ohne Handicap

Sie kamen in größerer Zahl als sie angemeldet waren und sie waren begeistert: Die rund 120 TeilnehmerInnen unserer vier Inklusiven Stadtführungen am 5. Mai. Zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung rief Aktion Mensch dazu auf, Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu schaffen. Sie schlugen vor, Stadtführungen anzubieten.

Mit deutlich mehr als der geplanten Obergrenze der Teilnehmerzahl machten sich Stadtführer Michael Küttenbaum und Erlebnispädagoge Ramon Kathrein auf den Weg. Michael Küttenbaum bot eine Führung in Gebärdensprache (DolmetscherInnen übersetzten in Lautsprache) und Ramon Kathrein eine Führung der Sinne, bei der die Teilnehmer mit verbundenen Augen die Stadt kennenlernen konnten.

Aber auch Netzwerk-Sprecherin Anke Dallmann konnte sich nicht über eine zu geringe ZuhörerInnenzahl beschweren. Die Stadträtin der Freien Wähler führte ihre Truppe durch das Rathaus und beantwortete zahlreiche Fragen rund um Architektur, Geschichte und Beteiligungsmöglichkeiten in der Kommunalpolitik. Phil Hensel führte seine Gruppe im Rollstuhl durch die Freiburger Innenstadt. Er präsentierte seine Lieblingsorte, sowie solche, die er aufgrund von Barrieren leider nicht erreichen kann. Davon konnten sich die TeilnehmerInnen selbst überzeugen, denn sie durften selbst im Rollstuhl fahren. Holger Kranz von der Gesellschaft zur Förderung des integrativen Sports kam extra aus Heidelberg, um den Tag mit den vierrädrigen Flitzer für Groß und Klein sowie einem herausfordernden Parcours zu bereichern.

Wer sich nicht bei einer der Führungen angemeldet hatte, konnte am Nachmittag beim Rollstuhl- und Blinden-Parcours seine motorischen Fähigkeiten auf die Probe stellen sowie einen vorbereiteten Weg ohne oder mit eingeschränkter Sicht mit Hilfe eine Blindenstocks ertasten. Der Blindenparcours wurde von dem Blinden- und Sehbehindertenverband Südbaden bereitgestellt und vor Ort betreut. Der Erste, der sich auf vier Rädern trotz leichtem Regen den Parcours bewältigte, war Ulrich von Kirchbach, Freiburgs Bürgermeister für Kultur, Jugend und Soziales und Integration. Er begrüßte alle Anwesenden und wies auf die Bedeutung des Tages hin.

Die TeilnehmerInnen kamen aus so vielseitigen Bereichen wie wir es uns gewünscht hatten. Unter ihnen waren unter anderem Studierende, ArchitekteInnen, Schreiner, StadträtInnen, PädagogInnen, Soziologen, Maschinenbauer, Physiker, Techniker, DolmetscherInnen verschiedener Sprachen, RentnerInnen sowie Eltern von Menschen mit Handicap oder ohne. Und sie alle hatten an diesem Tag eines gemeinsam: Sie begegneten anderen Menschen, mit denen sie ansonsten vielleicht nie ins Gespräch gekommen wären.

Hier finden Sie den Artikel der Badischen Zeitung zu dieser Veranstaltung.

Impressionen "Inklusive Stadtführungen", 5.5.2015
Eine Gruppe bewegt sich mit Schlafmasken und somit "blind" durch die Stadt
Menschen tasten sich mit verbundenen Augen durch die Stadt
Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach meistert engagiert den Rollstuhlparcours
Netzwerksprecherin Anke Dallmann führt durch den Hof des Rathauses
Netzwerksprecherin Anke Dallmann erläutert im Sitzungssaal die Arbeit des Freiburger Gemeinderates
Ein Herr tastet sich mit verbundenen Augen und Stock durch den Blindenparcours.
Hier wird mit vereinten Kräften eine Kurve des Rolliparcours gemeistert.
Klein und groß gemeinsam auf einer Rampe des Rollstuhlparcours.
Bürgermeister Ulrich von Kirchbach begrüßt die Teilnehmerinnen auf dem Rathausplatz.
Phil Hensel begrüßt vor dem Rathaus die zahlreichen Teilnehmerinnen seiner Stadtführung im Rolli.
Michael Küttenbaum erklärt vor dem Münster den zahlreichen Teilnehmerinnen seiner "Blinden Stadtführung", wie Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen die Stadt wahrnehmen und sich orientieren.
Hier tasten sich Teilnehmerinnen mit verbundenen Augen, Blindenstock und Assistenz über den Bertholdsbrunnen.