Kontrast ändern

schrfitgroesse

SchriftgrößeA A A

Bericht: Workshop "Aufbau einer Freizeit-Börse für Menschen mit und ohne Handicap", 25.11.15

Bericht und Ergebnisse zum Workshop vom 25.11.2015 unter Beteiligung diverser Teilnehmer_Innen mit und ohne Handicap.

 

Am Mittwoch, den 25.11.2015, fand in der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung des Jugendhilfswerks Freiburg der Workshop zum Aufbau einer Freizeit-Börse für Menschen mit und ohne Handicap statt. Ziel war ein intensiver Erfahrungs- und Informationsaustausch um möglichst viel über die Anforderung an eine solche Börse und die Vorstellungen der Zielgruppen zu erfahren. Zu diesem Zweck gingen die Teilnehmer_Innen im Rahmen einer moderierten Gruppendiskussion folgenden Fragen nach:

  • Welche Unterstützung benötigen Menschen mit Behinderung um am Freizeitleben teilzuhaben?
  • Was soll bzw. kann die Freizei-Börse Freiburg sein?

 

Nach guten 1 1/2 Stunden reger Diskussion musste die Runde zu einem Ende kommen. Es hätte noch länger über das Thema gesprochen werden können, Bedarf schien gegeben. Nachfolgend finden Sie zu jeder Frage eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

 

Welche Unterstützung benötigen Menschen mit Behinderung um am Freizeitleben teilzuhaben?

  • Wegbegleitung (sehr individuelle Voraussetzungen und Bedürfnisse)
  • Informationen zu und Vorhandensein von: Erreichbarkeit / Zugänglichkeit / Barrierearmut des Freizeitangebots
  • Gebärdendolmetscher_Innen
  • passive Unterstützung durch z.B. technische Hilfsmittel
  • Leichte Sprache
  • Möglichkeit zur Vorausplanung von Wegen, Zeit und notwendiger Hilfsmittel

 

Was soll bzw. kann die Freizei-Börse Freiburg sein?

  • Zielgruppe: Menschen mit Behinderung (v.a. mit eingeschränkter Selbstständigkeit); sehr unterschiedliche Bedürfnisse an eine Begleitung
  • Grundlegend: Gemeinsames persönliches Interesse an Freizeitaktivitäten soll verbinden!
    • Unterstützung ist rein auf die Freizeitaktivität begrenzt
    • Gemeinsamer Spaß
    • auf einer Augenhöhe
    • kein Fürsorgeaspekt
    • ohne Aufwandsentschädigung (d.h. keine Dienstleistung und kein Ehrenamt; keine Haftbarkeit der Begleiter; eigenes Risiko)
  • Sie soll niederschwellig und unkompliziert sein.
    • Flexibel in der Gestaltung der Gesuche und in der Organisation
  • Kurzfristige Verabredungen sollen möglich sein.

 

Hieraus ergaben sich in der Runde drei mögliche Szenarien für eine Freizeit-Börse:

Begegnungsort Quartier

  • Unterstützung durch Quartiersarbeit neben einer Internetplattform
  • regelmäßige Treffen in Gruppen, Stammtischen und Interessensgruppen
    • Austausch
    • Klärung besonderer Bedarfe
    • Quartiersarbeit
    • Einbindung des Behindertenbeirats
    • Nutzung und Einbindung von Lebensraum für Alle und vom Netzwerk Inklusion Region Freiburg

 

Förderprojekt Freizeit-Börse

  • Abwandlung der Variante Begegnungsort Quartier
  • Förderung durch Aktion Mensch oder eine andere Stiftung (Anstoß und Aufbau der Börse)
  • Vorab aber Klärung, ob eine Folgefinanzierung erfolgt und durch wen oder, ob die Freizeit-Börse ganz ohne Kostenaufwand fortgeführt werden kann.

 

eBay-Kleinanzeigen

  • bereits vorhandene virtuelle Infrastruktur
  • Frage nach der Nutzbarkeit durch die anvisierte Zielgruppe (der Freizeit-Börse)
  • Abwägung der Risiken einer solchen Plattform zur Findung von Begleitung durch die Zielgruppe (Jeder kann sich mit jedem vernetzen)
    • Frage nach den Schutzmöglichkeiten

 

Fazit

Die anwesenden Teilnehmer_Innen betrachteten die ersten Überlegungen zur Freizeit-Börse als konstruktiv und sahen einen Mehrwert für den anvisierten Personenkreis. Dennoch wurde bedauert, dass jene, für die die Börse vorrangig konzipiert werden soll, nicht anwesend war. So war sich die Gruppe einig, dass weitere Überlegungen zur Gestaltung und Umsetzbarkeit bei einem erneuten Treffen unter Beteiligung dieser Zielgruppe erfolgen sollten.

 

Vielen Dank an Frau Munding von der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung des Jugendhilfswerks Freiburg für die Bereitstellung des Raumes und diverser Materialien. Dank gilt ebenfalls Herrn Burkhardt für die Moderation und die Ergebnisdokumentation und natürlich den Teilnehmern_Innen für Ihren Erfahrungs- und Wissensaustausch.

 

Eine Datei mit den ausführlichen Ergebnissen finden Sie unten zum Download.

 

Moderation: Stefan Burkhardt

Projektleitung: Pia Maria Federer

Projektmitarbeiter: Philipp Klose

Impressionen
Moderator Stefan Burkhardt zwischen Flipchart und Pinnwand
Halber Stuhlkreis mit aufmerksamen Teilnehmern_Innen