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„Lasst uns immer in den großen Traum des Lebens kleine bunte Träume weben.“ - Ausstellung "Dreams" im KoKi Freiburg

Alles fing damit an, dass ein 9-jähriger Junge, der sechs Jahre lang mit seiner Familie auf der Flucht war, grüne Pfeifenputzer auf ein Papier heftete. Damit verlieh er seinem Traum barfuß über eine Wiese zu laufen Ausdruck.

„Fast ein Jahr lang haben die Schüler der Richard-Mittermaier-Schule (SBBZ mit Förderschwerpunkt Geistige-Entwicklung) und die Kooperationsklasse 9 a der Emil-Thoma-Realschule zum Thema „Traum“ Bilder, Objekte und - in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino - einen Stop-Motion-Film entstehen lassen. Die Schüler*innen kommen aus vielen Ländern der Erde und haben unterschiedliche Lebensbedingungen. Alle haben wir etwas gemeinsam: Wir träumen!“

Ich wollte die Ausstellung gerne sehen, und zwar bei einer Führung durch die Künstler*innen. Über die ganze Zeit, die die Werke – darunter gemalte Bilder, aber auch Installationen – im Kommunalen Kino im alten Wiehre-Bahnhof hingen, gab es stets am Mittwoch ab 15:30 Uhr Führungen für Interessierte.

Was sofort auffiel, als ich den hellen Raum betrat: Träume sind farbenfroh! Zusammen mit den Künstler*innen konnten die „Traum-Werke“ näher beschrieben werden:

So träumte eine junge Frau davon, es dem Pop-Sternchen Shakira gleich zu tun, ein Junge wünschte sich New York zu erleben. Es ging um Roboter, Janet Jackson, die eigene Familie und Fußball.

Die anwesenden Schüler*innen sprachen in höchsten Tönen von Ihrer engagierten Lehrerin, Frau Claudia Heinrich. Durch ihre offene Herangehensweise in der Kunst-AG hat sie es immer wieder geschafft Bildung anzuregen. Die vielfältigen Ideen, Gestaltungen, Materialien und Präsentationen, zeigen, dass sie Raum für ästhetische Erfahrungen der Kinder ermöglichte. In der Kunstpädagogik gibt es die Sichtweise, dass Ästhetische Erfahrungen und gestalterische Praxis die Selbstbildung der Heranwachsenden in der Auseinandersetzung mit der alltäglichen Lebenswelt voranbringen (Otto Selle).

Viele verkaufte Werke und die Wertschätzung durch die Besucher*innen zeigten, dass die vielzitierte Theorie des deutschen Aktionskünstlers Joseph Beuys „Jeder Mensch ist ein Künstler“ auf fruchtbaren Boden und -nicht nur in meinen Augen- Wirklichkeit ist.